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Rückblick: Der Self-Publishing-Day 2017

Alles neu macht der… Juni? Dieses Jahr stand der Self-Publishing-Day erstmals unter neuer Leitung. Lutz Kreutzer verlegte die Veranstaltung nach Stationen in Würzburg, Münster und München kurzer Hand nach Hamburg. Lohnte sich der Besuch auch dieses Mal?

Lutz Kreutzer begrüßte alle Teilnehmer um kurz nach neun und zeigte die Auswertung der Umfrage, die im Vorfeld unter allen Teilnehmern durchgeführt worden war. So waren ca. zwei Drittel der Anwesenden neue Autoren oder betrieben Schreiben als Hobby, während das restliche Drittel angab, als professionelle Autoren zu arbeiten und/oder vom Schreiben leben zu können.

Sanfter Einstieg ins „Neuland Self-Publishing“

Matthias Matting gab im Anschluss einen Einblick in die Vorüberlegungen eines fiktiven Newcomer-Autors mit einem Profil von „Mitte 50, mit schütterem Haar und studierter Physiker“, der beschlossen habe, sich eine Fanbase im Science Fiction-Bereich aufzubauen. Ähnlichkeiten zu lebenden Personen waren selbstverständlich purer Zufall. Besonderes Augenmerk lag im Vortrag auf der Wichtigkeit eines regelmäßigen Newsletters, um Leserbindung voran zu treiben. So sei ein gut gemachter Newsletter im Zweifelsfall effektiver als eine Preisaktion, insbesondere, wenn diese nicht ausreichend beworben werde.

Lutz Kreutzer begrüßt die Teilnehmer des SP-Day 2017
Lutz Kreutzer begrüßt die Teilnehmer des SP-Day 2017

Nach diesem humorvollen und besonders für Neuautoren sehr informativen Einstieg wussten Thorsten Simon von BOD und Tina Lurz von Lovelybooks in ihren Kurzvorträgen mit einer kurzen Historie des Self-Publishings und den aktuellen Trends im Social-Media-Marketing zu punkten. Welche Kanäle sollte man als Autor bespielen? Als Faustregel empfiehlt Lurz, sich auch nur in den Communities zu präsentieren, in denen man sich wohl fühle. Für Autoren mit einer Vorliebe für Schachtelsätze sei Twitter z.B. nicht unbedingt die richtige Wahl.

Klassentreffen

Zwischen den Kurzvorträgen und Workshops boten sich reichliche Gelegenheiten zum Netzwerken und Austausch von Erfahrungen, Fragen und Antworten. Ich hatte das Glück, einige unserer AutorInnen zum ersten Mal persönlich zu treffen, wie z.B. Al Rey oder Martina Sevecke-Pohlen. Natürlich gab es auch ein Wiedersehen mit zahlreichen Bekannten und Freunden, und egal wie lange man sich unterhält – man wünscht sich stets, mehr Zeit für jedes einzelne Gespräch zu haben. Doch die nächsten Workshops und Vorträge standen schon an, die man auf keinen Fall verpassen wollte.

Gähnen als Motto – Entspannung pur im Sprech-Workshop

Mein persönliches Highlight des Tages war Brigitte Mayers Workshop „Professionelles Sprechen für Lesung und Hörbuch“. Als Off-Sprecherin für redaktionelle Beiträge in verschiedenen ARD-Formaten und mit reichlich Erfahrung als Radiomoderatorin und Sprechcoach hatte sie zahlreiche Tipps in Gepäck, um Autoren dabei zu helfen, ihre Wohlfühlstimmlage zu finden. Ganz besonders wichtig dabei: Kiefer, Nase, Stimmbänder und Zwerchfell müssen entspannt sein, um die Stimme ohne Druck als Instrument einsetzen zu können. Um das zu erreichen, gab es zahlreiche praktische Übungen, wobei die ersten Gähner dank der eintretenden Entspannung nicht lange auf sich warten ließen. Das war aber sogar gewünscht und der Beweis dafür, dass sich alle Teilnehmer richtig auf die Übungen eingelassen hatten. Ebenfalls interessant: Bei Sätzen mit mehr als 13 Wörtern ist es sehr schwierig, durch Betonungen und Pausen noch genügend Spannung aufrecht zu erhalten. Deshalb ist es wichtig, vor einer Lesung die entsprechende Manuskriptpassage zu überarbeiten und lange Sätze ggf. in mehrere einzelne zu teilen.

Mit einer großen Portion Humor, viel Lockerheit und Fachwissen war das Feedback einstimmig: da geht doch hoffentlich noch mehr. Zum Glück hält Brigitte Mayer am 9. September einen Ganztages-Workshop in München, zu dem man sich über die Website des Self-Publishing-Days anmelden kann. Wenn die 90 Minuten auf dem SP-Day nur ansatzweise einen Vorgeschmack auf den großen Workshop darstellten, dann dürfte es sich um eine mehr als lohnenswerte Veranstaltung handeln. Und mal Hand aufs Herz – wo darf man denn auch sonst dem Referenten in kollektiver Runde herzhaft ins Gesicht gähnen?

Fazit

Der Self-Publishing-Day 2017 wusste auch dieses Jahr wieder mit zahlreichen interessanten Vorträgen und Workshops zu überzeugen, die insbesondere für Neulinge in der Self-Publishing-Szene eine Fülle an Informationen und Anknüpfungspunkten bieten. Besonders hat mir die breitere Themenvielfalt in diesem Jahr gefallen, die nicht nur Marketing und Vertrieb, sondern auch aktuelle Trends und andere Vermarktungsmöglichkeiten wie z.B. Lesungen beinhaltete. In diesem Sinne sind wir schon gespannt, in welcher Stadt das nächste Klassentreffen der SP-Szene stattfinden wird und bedanken uns ganz herzlich bei Lutz Kreutzer für die Organisation des SP-Day 2017.

Daniel Seebacher

Daniel Seebacher

Daniel Seebacher ist gelernter Buchhändler und studierter Buchwissenschaftler, was ihn direkt zu tolino media als Author Relations Manager geführt hat. Schon während seines Studiums beschäftigte er sich mit professioneller E-Book Herstellung in einem großen deutschen Ratgeberverlag. Privat liebt er es, Musik zu machen und mit Photoshop und verschiedenen 3D-Programmen virtuelle Welten zu kreieren.
Daniel Seebacher

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